Ornamentglas

wenn Glas zu Kunst wird

Es gibt ganz unterschiedliche Arten von Gläsern, welche ganz verschiedene positive Eigenschaften haben, die man sich bei Ihrem Einsatz mehr oder weniger zu Nutze macht. So ist das nach DIN EN 562 – 5 bezeichnete Ornamentglas (auch Gussglas nach Bauregelliste A 1) ein planes, durchscheinendes, manchmal klares, manchmal trübes Kalk-Natronsilicatglas. Für den Normalmenschen verständlich ausgedrückt: Ein Glas, was nicht vollständig durchsichtig sein muss und eine mehr oder weniger strukturierte Oberfläche besitzt, was es vom bereits beschriebenen Floatglas unterscheidet.

Was ist die besondere Eigenschaft von Ornamentglas?

Durch seinen speziellen Herstellungsprozess bekommt das Ornamentglas die Eigenschaft, dass man es lichtdurchlässig machen kann, aber trotzdem nicht durchsichtig, sodass sich der Einsatz als gläserner Blickschutz anbietet. Die „Struktur“ kommt durch eine Art Prägung in das Glas, die durch den Einsatz von zwei Walzen entsteht. Es können ganz unterschiedliche Muster in das Glas geprägt werden, die die Lichtstreuung immer unterschiedlich beeinflussen (Wellen, Prismen etc.).

An dieser Stelle zu erwähnen sei außerdem, dass Ornamentglas in seiner Reinform nicht als Sicherheitsglas gilt, aber durch Weiterverarbeitung zu einem Einscheibensicherheitsglas oder auch Verbundsicherheitsglas gemacht werden kann.

Wo kann man das Ornamentglas gut einsetzen?

Wie bereits erwähnte: dadurch, dass es durch die Lichtbrechung im Muster des Glases beeinflusst wird, kann es mehr oder weniger das Bild hinter dem Glas verzerren, sodass es zwar Licht durchlässt, also einen Raum beleuchtet, aber ihn vor Blicken anderer Leute schützt. Besonders gefragt ist das Ornamentglas deshalb bei Badfenstern, Türen und anderweitigen Einsatzorten, wo man einen Sichtschutz benötigt. Mittlerweile hat sich der Einsatz von Ornamentglas in der Architektur etabliert, da es richtig inszeniert sehr modern aussieht – vor allem in der Innenarchitektur ist der Einsatz von Ornamentglas beliebt.

Wenn man den Vorbehalt pflegt, dass das Licht, welches durch das Ornamentglas fällt weniger gut sei bzw. den Raum weniger gut beleuchtet, dann ist diese Angst unbegründet, denn einige Muster erreichten bei der Messung der Qualität der Raumausleuchtung ein besseres Ergebnis, als zum Beispiel das Konkurrenzkonzept Floatglas.

Ornamentglas im Bad

Vor allem im sanitären Bereich sollten Sie darauf achten, dass Ihr Ornamentglas in seiner Struktur nicht allzu tief ist. Das hat einen ganz praktischen Grund in der Pflege: Wenn Sie ein sehr tief gemustertes Glas haben, dann kann es schnell passieren, dass die Reinigung eine Tortur wird. Da es – wie Sie sicher wissen – im Bad manchmal etwas rutschiger werden kann (vor allem, wenn Wasser im Spiel ist z.B. in der Dusche), sollte man darauf achten mindestens ESG verbauen, um zu verhindern, dass es ungünstig bricht und man sich verletzen könnte. Aber nicht alle Ornamentgläser sind ohne weiteres vorspannbar, sodass man bei seiner Auswahl eingeschränkt sein könnte. Jedoch sind die Ausführungen so vielfältig, dass man sicherlich etwas findet, was einem gefällt.

Welche Ornamentgläser gibt es eigentlich?

Es gibt unterschiedlichste Formen, darunter fallen die Bekanntesten wie Butzenglas, Ornamentglas 521, Altdeutsch, Silvit, Mastercarre, Kathedralglas und Gussantik  uvm.

Das Drahtglas und seine Eigenschaften

Eine besondere Form des Ornamentglases ist das so genannte Drahtglas. Dieses besitzt eine Drahtnetzeinlage, die bei einem Bruch das herausfallen von gefährlichen Glassplittern verhindern soll. Insgesamt ist es aber doch bruchanfälliger als vergleichbares Floatglas und bei weitem nicht als Sicherheitsglas zu klassifizieren. Worauf man bei der Wartung achten sollte ist die Reparatur, die unverzüglich vorgenommen werden sollte, falls es zu einer Zerstörung durch mechanische Einwirkung kommt. Der Grund dafür ist, dass der Draht sonst durch Verwitterung rosten könnte, was die Resttragfähigkeit massiv einschränkt. Heute ist Drahtglas als Überkopfverglasung zugelassen – jedoch mit der Einschränkung, dass die Stützweite 0,7 m beträgt (geregelt in der TRLV August 2006).

Das Walzverfahren

Ornamentglas wird ununterbrochen hergestellt, das bedeutet, dass die Fertigung kontinuierlich abläuft. Das Glas kommt aus einer Wanne direkt an mehrere (kalte) Walzenpaare, die die Glasstärke bestimmen und das Muster einprägen. Dadurch, dass man die Glasstärke, Farbe und das Muster variieren kann ergeben sich die unterschiedlichsten Ausführungen. Das nun geprägte Glas wird nun auf dem Band abgekühlt und in die gewünschte Größe zurecht geschnitten (bis zu ca. 2 m x 4,5 m).

Herstellung von Ornamentglas

Wie halte ich das Ornamentglas in einem ansehnlichen Zustand?

Dafür lesen Sie sich am besten einfach mal folgende Anweisungen beim Thema Floatglas durch. Unter Umständen kann die Reinigung etwas aufwändiger sein, da sich Staub in den Prägungen absetzen kann und je nachdem, wie tief diese sind, nicht ganz so einfach zu entfernen ist. Ansonsten ist wie immer zu einem pfleglichen und vorsichtigen Umgang zu raten!

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