【ᐅᐅ】Isolierglas – Glas ist nicht gleich Glas!

Isolierglas

Glas ist nicht gleich Glas!

Seit den 70er Jahren wurde die Technik rund um Isoliergläser immer weiter und in exponentiell steigender Geschwindigkeit verbessert, sodass sie den ebenso ansteigenden ökologischen und wirtschaftlichen Anforderungen, wie der Energieeinsparverordnung gerecht werden. Jeder wünscht sich helle Räume in seiner Wohnung und schon seit den 80er Jahren ist das Isolierglas hier der meiste gesehene Vertreter, da er nicht nur das Licht klar durchlässt, sondern dabei auch noch dafür sorgt, dass die teure Wärme im Raum bleibt – moderne Isoliergläser haben die Dämmwerte einer massiven Wand.

Außenwand aus Mauerziegeln

Dicke 240 mm
1,5 W/m2 K 

Fenster mit Wärmeschutzverglasung

Dicke 24 mm
1,3 W/m2 K 

Heutzutage ist in fast jedem Fenster Isolierglas verbaut, welches – wie es der Name schon sagt – isoliert. Das bedeutet: es wird keine Wärme hinaus, aber auch keine Kälte hineingelassen, sodass man Heizenergie sparen kann. Dadurch ist es möglich größere Fensterflächen zu realisieren, ohne unökonomisch zu werden.

Isolierglas - Was ist das eigentlich?

Genau genommen handelt es sich um eine Verglasungseinheit, die durch eine oder mehrere Luft- oder Gasschichten verschiedene Glasscheiben voneinander separiert. Welche Glasart man verwendet ist erstmal sekundär, sodass man auch vorgespanntes, gefärbtes oder metallbedampftes Glas verwenden kann. Mehrscheiben-Isolierglas ist in der DIN EN 1279 geregelt. Die Abstandhalter, sowie die doppelte Abdichtung, sorgen dafür, dass die Luft- oder Gasfüllung nicht entweicht bzw. kein Staub oder Wasser eindringt.

Die Entwicklung des Isolierglas

Im Jahre 1865 wurde zum ersten Mal ein Patent für eine Scheibe mit geklebten Randverbund vergeben. Um 1934 verbreiteten sich diese Gläser dann auch in Deutschland und nach dem zweiten Weltkrieg wurden sie dann sogar hier, oder auch in Belgien, im großen Formaten hergestellt. Die noch heute bekanntesten Vertreter sind Polyglas und Thermopane. Aus dieser Zeit stammt außerdem der Begriff des Thermoglases.

Welche Arten von Isolierglas gibt es?

Ganzglas

Das Randverbundsystem wird auch als verschweißtes Isolierglas bezeichnet und der Scheibenzwischenraum wird auf maximal 9 mm begrenzt. Auf Grund der speziellen Fertigung können nur rechteckige Flächen, in einer begrenzten Größe und aus Blank-Glas hergestellt werden.

Gelötetes Isolierglas

In Europa findet man dieses Glas unter dem Markenname Thermopane. Der Randverbund besteht aus einer Glas – gelötetes Metall – Glas Verbindung.

Geklebtes Isolierglas

Hier wird die Entwicklung hin zu doppelt gedichteten Randverbund vollzogen, der dem Glas eine höhere Lebensdauer verspricht. Für jede Dichtebene wird ein spezieller Dichtstoff verwendet.

Geklebtes Isolierglas wird heute primär verwendet, da die anderen beiden Verfahren relativ aufwendig in der Produktion sind.

Wärmedurchgangskoeffizient U-Wert

Dieser Wert ist ein Maß für den Wärmedurchgang durch einen festen Körper – hier Glas. Er wird in W/(m2 x K) angegeben. Dabei gilt, dass je höher der Wert ist, umso schlechter die Dämmfähigkeit eines Stoffes. Dementsprechend sollte man nach einem Glas suchen, welches einen niedrigen U-Wert aufweist.

U-Werte nach Verglasungssystem

Einfachverglasung
Ug = 6,0 W/m2 K

2 – fach Isolierglas
Ug = 3,2 W/m2 K

2 – fach Isolierglas mit Wärmeschutzbeschichtung
Ug = 1,3 W/m2 K

3 – fach Isolierglas mit Wärmeschutzbeschichtung
Ug = 0,7 W/m2 K

Die angegebenen Werte sind nur allgemeine Richtwerte! Sie können von Produkt zu Produkt abweichen. Bitte beim Glaslieferanten die genauen Werte erfragen.

Das perfekte Isolierglas

Isoliergläser kann man an die Bedürfnisse des Kunden anpassen. Wie es der Name schon vermuten lässt isoliert das Glas und kann somit auch als Wärmeschutzisolierglas bezeichnet werden. Wenn es sich um eine Dachverglasung handelt, dann wird oft beschichtetes Glas verwendet, welches die warmen Strahlen der Sonne nicht durchlässt – ein Sonnenschutzisolierglas. Da sich die Menschen nach Ruhe sehnen, gibt es auch spezielle Gläser, die vor dem Lärm von draußen isolieren: die so genannten Schallschutzisoliergläser. Durch den Einsatz von Sicherheitsgläser, können auch Sicherheitsisoliergläser hergestellt werden und außerdem kann man in diese Gläser auch Ausschnitte für Lüfter oder beispielsweise eine Katzenklappe einbauen. Einer der neusten Trend ist die Verwendung von Gläsern mit Sprossen.

Sonnenschutz
Schallschutz

Wie funktioniert Isolierglas?

Wärmestrahlung

Ein Glas ohne die spezielle Wärmeschutzbeschichtung reflektiert nur einen geringen Teil der Wärmestrahlung des Sonnenlichtes, von der ein großer Teil dann ungehindert in den Raum gelangt. Mit einer speziellen, auf dem Isolierglas aufgetragenen Metalloxid – Beschichtung, kann man die Reflektions-Rate drastisch erhöhen und die Wärme des Sonnenlichtes bleibt draußen.

Wärmeleitung

Durch den Luftzwischenraum im Isolierglas kann Wärme nur bedingt durch das Glaselement geleitet werden und verbleibt somit drinnen bzw. draußen.

Konvektion

Die Konvektion ist etwas Ähnliches wie die Wärmeleitung und laut Definition ein Transport von Wärmeenergie gebunden an die Luftbewegung eines Mediums. Bei dieser Methode macht man es sich zum Vorteil, dass warme Luft nach oben und kalte nach unten steigt bzw. sinkt. Das geht so: Die Luft im Isolierglas erwärmt sich am Scheibeninnenraum und steigt nach oben, wo sie sich sammelt und ein Teil davon sich an der äußeren Scheibenseite abkühlt und nach unten abfällt – das ist Konvektion. Es funktioniert noch besser, wenn man Edelgas verwendet (Xenon oder Argon), da diese leichter als Luft sind.

Der Randverbund

Das System kann nur funktionieren, wenn es über einen ausgeklügelten Randverbund verfügt. Neben den zwei Abdichtungen befindet sich dort meist ein Trocknungsmittel (Molekularsiebe), die das Eindringen von Feuchtigkeit und Schmutz verhindern.

Innere Abdichtung

Die Innere Abdichtung besteht aus Butyl (Polyisobutylen) und hat die Aufgabe den Scheibenzwischenraum gegen eindringenden Wasserdampf zu schützen.

Äußere Abdichtung

Das Dichtmaterial der äußeren Abdichtung kann variieren. Je nach Anforderung können Polysulfid, Polyurethan oder Silikone eingesetzt werden. Ein Randverbund aus Polysulfid ist zwar sehr belastbar aber nicht UV-Beständig. Wird die Glaskante z.B. von der Sonne beschienen wie etwa bei Dachverglasungen sollte eher auf einen Randverbund aus Silikon zurückgegriffen werden.

Die Äußere Abdichtung gewährleistet den Zusammenhalt der Isolierglaseinheit.

Warme Kante - WARM EDGE

Oft wird die Wärmeleitung an der Kante vernachlässigt. Auch wenn das nicht so bedeutend klingen mag, hat die Praxis gezeigt, dass hier ein hohes Potential für Verbesserungen des U-Werts liegt. Die so genannte Warme Kante stellt einen thermisch getrennten Randverbund dar – sie besteht aus Edelstahl oder Kunststoff, während die schlechteren Randverbünde aus Aluminium bestehen und nicht thermisch getrennt sind.

Wärmedämmung und Energieeffizienz ist heute ein wichtiges Thema, zumal die Energiesparverordnung von Jahr zu Jahr strengere Auflagen etabliert.

Doppelscheibeneffekt

Ein Isolierglas ist ein hermetisch abgedichtetes System – das bedeutet, dass der Atmosphärendruck am Herstellungsort eingeschlossen wird, was zur Folge hat, dass Veränderungen (zusammenziehen oder dehnen) am Glas auftreten können, sobald der Luftdruck sich ändert. Besonders verstärkt tritt dieser Effekt auf, wenn der Einbauort und Herstellungsort eine große Höhendifferenz aufweisen. Deshalb sollten Isoliergläser in der Umgebung bestellt werden.

Wärmeschutzglas

Die heute verwendeten Wärmeschutzgläser schaffen den Spagat die Kälte draußen zu halten, während die Raumtemperatur konstant gehalten wird. Zum einen ist der Scheibenzwischenraum dafür verantwortlich, zum anderen aber auch die spezielle Beschichtung. Das besondere Glas besteht dann meist aus einem Floatglas oder Weissglas mit einer besonderen, sehr dünnen Metallbeschichtung. Meist ist das Metall entweder Gold, Silber, Kupfer, Aluminium, Chrom, Nickel, Zink oder Platin. Man kennt Wärmeschutzglas auch unter dem Namen Low-E-Glas. Dabei wird das Glas in einer Schutz-Atmosphäre in einem Vakuum mit Hilfe von Magnetwellen beschichtet. Dieses Glas kann dann aber auch nur in einem Isolierglasverbund weiterverarbeitet werden, da es sonst an der Luft korrodieren (rosten) würde. Je nach Art der Beschichtung kann aber die Beständigkeit und Haftfestigkeit ein Problem werden. Nach dem gleichen Prinzip werden auch Sonnenschutzverglasungen hergestellt.

Wie erkennt man Wärmeschutzbeschichtungen

Wärmeschutzverglasungen kann man ganz mit dem so genannten Flammentest erkennen. Dabei hält man ein Feuerzeug oder eher eine Flamme vor das Isolierglas. Diese wird sich im Glas spiegeln und wenn eine der Spieglungen eine verfärbte Flamme aufzeigt, dann kann man sich sicher sein, dass diese beschichtet ist (meist ist die sie dann rot).

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