Das perfekte Aquarium selber bauen!

Wie sicherlich jedem bekannt sein sollte, ist ein Aquarium ein Gefäß aus Glas, was man mit Wasser befüllt, um dort dann Unterwasserlebewesen aller Art halten zu können. Ob es nun Fische, Krebse oder Wasserpflanzen sind sei nun mal dahingestellt – jedenfalls ist das Interesse an so etwas in den vergangenen Jahren rasant angestiegen und immer mehr Menschen überlegen sich ein Aquarium zuzulegen. Die beruhigende Wirkung eines schön gestalteten Aquariums ist allgemein hin bekannt und fasziniert Menschen überall – egal ob auf der Arbeit, daheim im Wohnzimmer, Geschäftsräumen oder auch in Restaurants: es ist eigentlich immer ein echter Hingucker!

Welche Arten von Aquarien gibt es?

Der Klassiker

Das wohl jedem bekannte Modell eines Aquariums ist das Vollglasaquarium. Dieses ist rund und das typische Glas, in dem man einen Goldfisch gehalten hat. An dieser Stelle wurde bewusst das Wort „hat“ (Vergangenheit) gewählt, denn mittlerweile ist klar, dass ein solches Glasgefäß nicht geeignet ist, um Tiere artgerecht zu halten.

Rahmenloses Aquarium

Diese Variante sieht sehr modern und stylisch aus. Dabei werden Glasscheiben mittels Silikon so verklebt, dass man keine Befestigungen sieht und es von der Statik her ohne weitere Stützelemente auskommt. Dieses Aquarium ist vermutlich das am meisten verbreitete.

Gestell-Aquarium

Das etwas veraltete Gestell-Aquarium kommt im Gegensatz zum rahmenlosen Aquarium nicht ohne weitere Stützen aus. Das bedeutet, dass die Glasscheiben durch einen Metallrahmen zusammengehalten werden.

In diesem Artikel wird nur die Planung, Konstruktion und Herstellung eines rahmenlosen Aquariums behandelt!

Die richtige Planung bildet die Grundlage

Der erste Schritt, den man gehen sollte ist die Planung der Positionierung des Aquariums. Dabei ist es wichtig einen geeigneten Untergrund zu finden. Ein Aquarium Unterschrank, ein normaler Aquarium Schrank oder auch optional der Aquarium Unterschrank zum selber bauen sind da geeignet. Unser Aquarium Konfigurator kann Ihnen das Gewicht anzeigen. Dabei ist auch die Tragfähigkeit des Unterbodens zu beachten, dann oft vergisst man das Gewicht des Aquariums mit dem des Inhalts (Wassers) zu addieren. Das Aquarium sollte so positioniert sein, dass es im Alltag nicht im Weg steht und gleichzeitig sollte darauf geachtet werden, dass ein Stromanschluss in der Nähe ist.

Ganz wichtig ist auch sich im Vorhinein schon zu überlegen welche Fischarten man sich denn zulegen möchte, da eventuell eine Mindestgröße an Aquarium benötigt wird.

Inhaltverzeichnis

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Unser neuartiger, unerlässlicher Aquarium Konfigurator

Rechteckige Aquarien von einer Länge bis zu 2000 mm, einer Breite von 600 mm und einer Höhe von 600 mm werden nach DIN 32622 geregelt. Wer sich ein Aquarium selbst bauen möchte, der muss wissen, welche Dicke die Scheiben haben müssen, damit sie dem Wasserdruck auch standhalten. Um das zu berechnen braucht man eine relativ komplizierte Formel (Bach´sche Plattenformel). Der Aquarium Konfigurator von Glassmass übernimmt diese und weitere Berechnungen und erleichtert so das Arbeiten.

Aquarium Konfigurator

Wie arbeitet der Konfigurator?

  • Bei der Erstellung dieses Konfigurators wurde für die Glasdickenbemessung für Aquarien DIN 32622 zugrunde gelegt.
  • Für die Bemessung der Dichtstofffuge wurde das Datenblatt zum Aquarium Silikon OTTOSEAL S 28 herangezogen.
  • Bei der Berechnung der Dichtstoffverbrauch wurde davon ausgegangen, das es in Abhängig von der Verarbeitungstechnik zu einem Mehraufwand von bis zu 50% kommen kann.
  • Glasmass übernimmt keine Verantwortung und gibt keine Garantie für das Ergebnis des Konfigurations. Im Zweifel sollte immer die DIN 32622 oder ein Glaser  zurate gezogen werden.

Die Glasart - Eine wichtige Entscheidung

Von Sicherheitsgläsern wie VSG und ESG ist generell abzuraten, da ersteres weniger Druck aushalten kann als vergleichbare Floatgläser in der Dicke und letzteres beim Bruch in viele kleine Splitter zerberstet.

Was nun noch zur Auswahl übrig bleibt ist Floatglas und Weissglas. Floatglas hat bei zunehmender Dicke die Eigenschaft einen leichten Grünstich anzunehmen, was beim Betrachten des Inhalts des Aquariums stören könnte. Deshalb nutzt man Weissglas: Es hat die gleichen Eigenschaften wie Floatglas, aber weißt einen deutlich geringeren Grünstich auf. Nun sollte man abwägen, ob das Glas so dünn bleibt, dass der Grünstich zu vernachlässigen ist und man das günstige Floatglas nutzen kann, oder ob man doch lieber zu dem etwas teureren Weissglas greift – dies ist ab 10 mm Glasdicke zu empfehlen.

Wichtig ist auch, dass freiliegende Kanten mindestens als gesäumt aufgeführt werden sollten, damit sich auch niemand daran verletzt.

Wie ordnet man die Gläser richtig an?

Damit es am Ende zu einem stabilen, belastbaren Produkt kommt, was die Herausforderungen des Alltags meistert kommt, sollte man gewisse Dinge beachten, die die Statik betreffen.

So sollte man darauf achten, dass die Seitenscheiben immer außerhalb der Bodenplatte verklebt werden, da sonst die Bodenplatte durch den zusätzlichen Druck unnötig stark beansprucht werden würde. Scherbelastung am Glas wird so vermieden und auf die Dichtstoffe übertragen, die mit dieser besser umgehen können, als das Glas. Deshalb sollten auch die kurzen Seitenscheiben die volle Breite des Aquariums umfassen. Dabei empfiehlt es sich durchaus zur Stabilisierung die Seitenscheiben im oberen Bereich mit 3 cm breiten Längsstreifen zu sichern – so minimiert man die Scherwirkung und Durchbiegung.

Aquarium Silikon - Der Stoff, der alles zusammenhält

Die Auswahl eines geeigneten Silikons ist dahingehend wichtig, da dieses später im Aquarium unter Dauerbelastung steht. Deshalb gilt hier die Devise: „Nicht an der falschen Stelle sparen“. Niemand hat gerne ein, durch das eigene Aquarium, unterwassergesetzte Wohnzimmer. Auf Nummer Sicher gehen und lieber auf hochwertige Silikone zurückgreifen und vorher unbedingt auf die Herstellerangaben achten.

Bei aller Stabilität darf man aber den eigentlichen Zweck des Aquariums nicht vergessen, denn im Endeffekt sollen am Ende Lebewesen dort drin leben. Das bedeutet, dass nach Abschluss des chemischen Härtungsprozesses keine giftigen Substanzen (z.B. Fungizide) freigesetzt werden dürfen, die die Fische oder Pflanzen gefährden könnten.

Der Vollständigkeit halber sei auch noch gesagt, dass es sich selbstverständlich um ein Silikon handeln sollte, welches für den dauerhaften Kontakt mit Wasser geeignet sein sollte.

Gerade bei dem Verkleben von Aquarien sollte man auch auf verschiedene Kenndaten achten wie z.B. Shore-A-Härte nach ISO 868, Dehnspannungswert, Reißdehnung, Zugfestigkeit, Temperaturbeständigkeit. Beispielsweise macht OTTOSEAL S 28 in seinem Datenblatt genaue Angaben zur Dimensionierung, Vorbehandlung und Ausführung der Klebefugen. „Zur Dimensionierung der Klebefugen empfehlen wir je nach Glasdicke eine Mindestbreite der Klebefuge von 2 mm. Bei einer Glasdicke von 8 mm empfehlen wir Klebefugen mit 2-3 mm Breite und bei Glasdicken von 12 mm bis 15 mm eine Breite der Klebefugen von 3-4 mm.“

Aquarium Silikone sind nicht geeignet, um Plexiglas-Aquarien zu verkleben bzw. abzudichten!

OTTOSEAL S28 Aquarien Silikon schwarz
Aquarien Silikon 310ml Schwarz Kartusche
OTTOSEAL S28 Aquarien Silikon transparent
Aquarien Silikon 310ml Transparent Kartusche

Ideal zum verarbeiten

Aquarien Silikon 310ml Transparent Kartusche
4 Stücke Silikon Caulking Werkzeug Kit
Fugenglätter 4-teilig 16 Profilvarianten

Grundsätze beim Verarbeiten von Dichtstoffen

Außerdem gibt es noch ein paar grundsätzliche Dinge, die man beachten sollte, wenn es darum geht einen Dichtstoff zu verarbeiten.

  • Räume müssen gut durchlüftet sein.
  • Klebeflächen sind schmutzfrei und fettfrei gehalten werden.
  • Fugen sind bis zur Aushärtung unbelastet zu lassen. Wenn nicht besteht die Gefahr, dass es zu Rissen kommt und die Verklebung schwächen.
  • Die Verklebung sollte Spannungsfreiheit ausgeführt werden
  • Je dicker die Klebefuge – umso länger die Aushärtezeit.
  • Aquarium erst befüllen, wenn Fugen vollständig getrocknet sind.

Wie wird nun verklebt?

Auch beim Verkleben spielt die Vorbereitung eine wichtige Rolle. Bevor es überhaupt losgeht sollte man sicherstellen, dass alles, was man benötigt in einer angemessenen Reichweite erreichbar ist. Die zu verklebenden Flächen sollten gereinigt sein, damit kein Schmutz oder Fett darauf ist. Nun können die Scheiben mit Hilfe von Winkel Verbindern zusammengestellt werden!

Daraufhin kann mit einer Silikonspritze und dem Ottoseal S 28 das Ausfüllen der Fugen begonnen werden. Das überschüssige Silikon wird mit Hilfe eines Fugenglätters und ein wenig Glättmittel (Spülwasser mit Spülmittel) abgezogen. Dies sollte in einem Zug und relativ schnell geschehen, da Silikon eine kurze Tropfzeit hat – was de facto bedeutet, dass die Zeit, in der man es verarbeiten kann, relativ kurz ist.

Nach dem Versiegeln des Aquariums sollte es ruhen bis das Silikon vollständig ausgehärtet ist. Faustregel ist hier pro 1mm Klebefuge 12h Aushärtezeit (mindestens). Nun das Aquarium einmal reinigen, um Rückstände des Arbeitsprozesses zu entfernen.

Bevor man das Aquarium das erste Mal befüllt, sollte man eine Probefüllung mit einem Wasserstand von ca. 5 cm vornehmen, um zu schauen, ob es undichte Stellen gibt. Wenn nicht, dann steht der endgültigen Befüllung nichts mehr im Wege.

Kleine Hilfe zum verkleben

Wolfcraft 2x Eckenspanner
Eckspanner Holz Glas 10 - 22 mm Dicke

Fazit - Aquarium selber bauen oder bauen lassen?

Von vorne herein ist festzustellen, dass man auch als „Normalmensch“ alle Ausgangsstoffe, die man für den Bau eines Aquariums benötigt, bekommt.

Die Anleitung bzw. die Expertise, die man dafür braucht, sollte man sich aber auf jeden Fall zu Gemüte führen.

Grundsätzlich ist es jedem möglich ein Aquarium selber zu bauen. Es kommt nur darauf an, ob man auch das passende Werkzeug zur Verfügung hat. Wenn Sie also ein Projekt fürs Herz suchen, etwas handwerkliches Geschick mitbringen und gewillt sind sich die Materialien zu beschaffen, dann ist das ein interessantes Projekt für Sie – mit einem auf lange Zeit gesehen mehrwertschaffenden Ergebnis.

Sollten Sie sich das nicht zutrauen, oder Sonderanfertigungen außerhalb der DIN 32622 Norm wünschen, dann würden wir Ihnen raten sich an einen Glaser zu wenden, der das Projekt für Sie realisiert. Vor allem bei Sonderanfertigungen können zusätzliche statische Berechnungen oder die Planung von Stabilisationsstreben von Nöten sein, die Sie nur schwer selbst (ohne Erfahrung und Zusatzwissen) bewerkstelligen können.

Nun ist das Aquarium fertig: Und jetzt?

Ein Glaskasten ist ja noch kein Aquarium. Deshalb gibt es einige Dinge, die Sie benötigen, um Lebewesen ein wohnliches Zuhause bieten zu können.

Das aufgeführte Zubehör ist eine Einstiegs Empfehlung und ist nicht für jede Fisch- und Pflanzenart geeignet.  Richten Sie sich Ihr Aquarium nach Ihren Wünschen ein, lassen Sie geeignete Fische Ihrer Wahl dort leben und erfreuen Sie sich an dem schönen, entspannenden Anblick.

Das Aquarium sauber halten

Damit man auch längerfristig Spaß an seinem Aquarium hat, ist es unerlässlich sich um die Sauberkeit des solchen zu kümmern.

Doch ist auch dazu zu sagen, dass man sich bei leichten Ablagerungen auf der Scheibe keine größeren Gedanken machen braucht, da das in der Regel völlig normal ist. Übertriebener Putzdrang führt hier zu nichts. Doch sollte es zu massiven Belägen kommen, dann sollte man doch mal an verschiedenen Parametern des Wassers schrauben, um dies zu vermeiden.

Außerdem ist es wichtig die Aquarientechnik auszuschalten, wenn man bei der Reinigung mit dem Wasser in Kontakt kommt – prinzipiell sollte dabei nichts passieren – aber so betreibt man Prävention gegen einen Stromschlag.

Im Fachhandel oder Internet findet man mittlerweile allerhand spezielles Reinigungswerkzeug für das Aquarium. Dabei handelt es sich oft um einen Stiel mit verschiedenen Schwammaufsätzen oder Rasierklingen – manche besitzen sogar ein Winde Gelenk, um auch an schwer zu erreichende Stellen zu kommen.

Aber auch normale Reinigungsschwämme eignen sich teilweise für die Reinigung. Jedoch sollte darauf geachtet werden, dass sie aus einem Material sind, welches die Scheiben nicht zerkratzt. Mit etwas Druck und beispielsweise auch Filterwatte kann man weitestgehend alle Verschmutzungen reinigen. Ziemlich praktisch kann auch so ein Reiniger in Form eines Handschuhs sein, denn dann kann man auch Gegenstände einfach abrubbeln und sie sind wieder sauber.

Wer es nun etwas moderner und „technischer“ will, der kann sich einen so genannten Magnetreiniger zulegen. Dabei legt man den einen Pol des Magneten an die Innen- und einen an die Außenseite der Scheibe. Die Magnetstärke muss aber für eine einwandfreie Nutzbarkeit an die Dicke des Aquariums angepasst werden und man muss darauf achten, dass zwischen die Scheibe und die innen liegende Reinigungseinrichtung kein Sand gerät, der bei Bewegung die Scheibe zerkratzen könnte.

Alternativ lassen sich auch Alltagsgegenstände wie Rasierklingen einfach so, Lineale und Plastikkarten nutzen, um gröbere Verschmutzungen zu entfernen. Doch sollte man stets Vorsicht walten lassen, da die Stoffe erstens etwas abgeben könnten ins Wasser, was den Lebewesen nicht guttut, zweitens das Glas zerkratzen könnten oder auch die Silikondichtungen beschädigen könnten, was fatal wäre!

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